„Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.“ Hippokrates von Kos, 460-370 v. Chr.

Was ist Fasten?

Fasten ist ein in uns angelegter Stoffwechselmechanismus ähnlich dem Essen oder Trinken. Fasten ist so alt wie die Menschheit selbst und in unseren Genen fest verankert. Unsere Geschichte ist seit jeher von Zeiten des Mangels und der Knappheit von Lebensmitteln geprägt. Unser Körper hat sich mit der Evolution an diese Bedingungen angepasst. Jeder von uns trägt dieses Fastenprogramm in sich. Das wir heute leben verdeutlicht eindrucksvoll, dass unsere Vorfahren dem Mangel getrotzt und dieses Fastenprogramm entwickelt und an uns weitervererbt haben.

Fettstoffwechsel

Mit dem Einzug des Überflusses in unsere westliche Welt ist heutzutage fast jedes gewünschte Lebensmittel zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar. Die Konservierung mit Kälte, Zucker und Konservierungsstoffen sowie eine weltumspannende Logistik erweitern das jeweilige saisonale und regionale Angebot an Lebensmitteln. Auf der einen Seite ist das eine schöne Möglichkeit, eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung zu geniessen. Auf der anderen Seite ist die ständige Verfügbarkeit von allem eine Gefahr für die Ausbildung sogenannter Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes.

 

In einer Fastenwoche simulieren wir eine Situation des Mangels durch Verzicht auf feste Nahrung. Wir zwingen unseren Körper, den Fastenstoffwechsel aufzurufen. In Zeiten des Überflusses erfolgt die Energieversorgung des Körpers hauptsächlich aus den von außen zugefügten Kohlenhydraten. In Zeiten des Mangels hingegen erfolgt die Energieversorgung aus den körpereigenen Fettdepots. Der Körper schaltet von einer Ernährung von außen auf eine Ernährung von innen um und verarbeitet die vorhandenen Fettsäuren zu Brennstoff für den Körper (Ketogenese).

Säure-Basen Haushalt

Säuren entstehen vor allem durch unsere Ernährung beim Abbau von Proteinen. Tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Eier und Milch enthalten große Mengen an Proteinen und sind daher überwiegend säurebildend. Pflanzliche Nahrungsmittel hingegen wie Obst und Gemüse enthalten wenig Proteine, dafür aber viele basische Mineralien und sind daher basenbildend und säurereduzierend. Eine ausgeglichene Ernährung sollte aus etwa einem Drittel säurebildenden und zwei Drittel basischen Lebensmitteln bestehen. Da unser Stoffwechsel noch so funktioniert wie vor 10.000 Jahren als unsere Vorfahren sich hauptsächlich von basischen Lebensmitteln wie Kräuter, Beeren und anderen Früchten, Nüssen und Samen und wenig Fleisch ernährten, ist er auf die heutige Ernährung mit überwiegend säurebildenden Lebensmitteln tierischen Ursprungs und leicht verdaulichen Kohlenhydraten nicht vorbereitet.

 

Dem Körper stehen zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes verschiedene Puffersysteme zur Verfügung. Das wichtigste ist das Bikarbonat-Puffersystem, welches den lebenswichtigen pH-Wert des Blutes absichert. Kurzfristige Säurelasten können schnell durch Abatmung von Kohlendioxid durch die Lunge ausgelichen werden. Langfristig werden Säuren ansonsten hauptsächlich von der Niere durch den Urin, vom Darm durch den Stuhl und von der Haut durch den Schweiß ausgeschieden. Kommt es zu zusätzlichen Säurelasten stehen weitere körpereigene Puffersysteme als Backup zur Verfügung. So können Säuren im Bindegewebe und der Muskulatur zwischengespeichert und mit basischen Mineralstoffen aus den Knochen abgepuffert werden. In einer Fastenwoche entlasten wir vor allem das Bindegewebe, indem wir die Zufuhr von Säuren über die Ernährung minimieren und weitere säurebildenden Faktoren wie Genussmittel und Stress reduzieren.

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